Der vierte Fastentag
Mittwoch 04.07.2007

Auch heute ist wieder ein Grund zum Wohlfühlen, schon wieder 800 Gramm weniger. Ich fühle und spüre förmlich, wie das überflüssige Gewicht zergeht. Selbstverständlich ist die bisherige Gewichtabnahme auch äußerlich schon spürbar geworden, ich kann den Gürtel schon wieder ein Loch enger schnallen. Und auch wenn ich mich vorm Spiegel betrachte fällt mir deutlich auf, das der Bauchumfang bereits um Einiges nachgelassen hat.

Erwähnt werden sollte aber auch, das auch die körperlichen Kräfte nachlassen. Bei meinem täglichen Gang zur Post um das Postfach zu leeren, gehe ich nun nicht mehr forschen Schrittes voran. Dann bin ich gleich aus der Puste. Schön langsam, ruhig und gemächlich. Zwischendurch auch mal ein kleines Päuschen. So gehts. Wie schon erwähnt, körperliche Anstrengung ist nichts beim Fasten.

Waage

Da das Friedensevangelium der Essener ein schönes Begleitbuch zum Fasten ist, ich habe am 1. Fastentag bereits daraus zitiert, möchte ich an dieser Stelle noch etwas daraus zum Besten geben:

Und Jesus sprach in Gleichnissen zu ihnen: Ihr seid wie der verlorene Sohn, der viele Jahre lang aß und trank und seine Tage in Liederlichkeit und Wollust mit seinen Freunden verbrachte. Und jede Woche machte er neue Schulden ohne das Wissen seines Vaters und verschwendete alles in ein paar Tagen. Und die Geldleiher liehen ihm immer wieder etwas, weil sein Vater große Reichtümer besaß und immer geduldig die Schulden seines Sohnes bezahlte. Und vergebens ermahnte er mit guten Worten seinen Sohn; doch der hörte nie auf die Ermahnungen seines Vaters, der ihn vergebens anflehte, seine endlosen Ausschweifungen aufzugeben, und in seine Felder zu gehen, um über die Arbeit seiner Diener zu wachen. Und der Sohn versprach ihm immer alles, wenn er seine alten Schulden bezahlen würde, aber am nächsten Tag begann er von vorn. Und mehr als sieben Jahre führte der Sohn sein liederliches Leben weiter. Doch zuletzt verlor sein Vater die Geduld und bezahlte den Geldleihern die Schulden seines Sohnes nicht mehr. Wenn ich immer weiter bezahle, sagte er, wird es kein Ende der Sünden meines Sohnes geben. Dann nahmen die betrogenen Geldleiher in ihrem Zorn den Sohn in die Sklaverei, damit er durch seine tägliche Plackerei das Geld zurückzahlen könnte, das sie ihm geliehen hatten. Und da hörten das Essen und Trinken und die täglichen Ausschweifungen auf.

Wenn ich diesen kleinen Auszug nun auf mich beziehe, und das ist ja der Sinn, dann wird mir schon klar, das auch mein Eß- und Trinkverhalten in der zurückliegenden Zeit oftmals nicht einer gesunden und ausgewogenen Ernährung entsprochen hat. Dabei denke ich an Kuchen und Törtchen, Süßigkeiten und Schokolade, Fleisch und all das, was vollkommen bewußt zuviel hineingestopft wird, einfach nur, weil es so gut schmeckt. Damit ist jetzt Schluß! Lassen Sie uns morgen sehen, wie die Geschichte mit dem verlorenen Sohn weitergeht.