Der neunte Fastentag
Montag 09.07.2007
Bislang habe ich zwar immer geschrieben, daß es mir gut geht und ich mich wohl fühle, doch was geht da eigentlich genau ab? Wie ist das mit Fastenkriesen, Unpäßlichkeiten und niedriegem Blutdruck? Diesen Fragen möchte ich heute einmal gezielt nachgehen.

Nach den ersten ein oder zwei Tagen meiner Fastenkur fühle ich mich bereits erleichtert, entlastet und deshalb wohl. Ich habe auch diesmal erneut Zutrauen zum Fasten gewonnen, und das Erlebnis meiner Zufriedenheit gibt mir Mut, auch weiter durchzuhalten. Es ist nicht schwer. Ich muß ja nichts tun, nur etwas sein lassen.
Ab und an kann es allerdings passieren, daß mich mal so eine kleine Fastenkriese überkommt. Ich habe bei mir beobachtet, das diese oftmals morgens auftreten. Ich habe dann zu nichts Lust, bin noch reichlich müde, wenn ich aufstehe, ist mir ein wenig schwindlig und mein Dasein artet in Trägheit aus. Wenn nicht morgens, dann überkommt es mich im Laufe des Tages für kurze Zeit. Doch das ist ganz normal. Das gehört zum Fasten dazu. Aufraffen und Ruhe gönnen, beides ist zur geeigneten Zeit richtig.
Erst einmal aufraffen und einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft, 10 Minuten, dann sieht die Welt schon anders aus. Wenn nicht, kann ich mich immer noch in meine Krümelecke zurückverziehen und in meinem Buch lesen, oder weiterschlafen. Sollten Sie zu den Mitmenschen gehören, die zu Körperfülle oder Trägheit neigen, dann sollte das Aufraffen ein besonders wichtiges Kapitel für Sie sein.
Ist es so, daß Sie durch Ihre Pfunde behindert werden, kann ich nachvollziehen, daß Ihnen die Lust an der Bewegung abhanden gekommen ist. In der Vergangenheit haben Sie sich schon so oft gehen lassen, daß Ihnen nun das Training fehlt. Für beide, den Körperfülligen wie den Trägen ist jedoch das Aufraffen zur Bewegung lebensnotwendig. Mit dem Verlust an Gewicht und jedem Gewinn am Training wird es Ihnen von Tag zu Tag leichter. Und ob Sie es mir nun glauben oder nicht, es wird der Tag kommen, an dem Behinderung und Trägheit überwunden sind. Es fängt an Spaß zu machen, sich zu bewegen. Sei es beim Radfahren oder Schwimmen, Spazierengehen oder Gymnastik. Aufraffen ist jedoch der Anfang.

Mitfaster, die an einem zu niedriegen Blutdruck leiden, weniger als 100/60, haben es in der Regel schwerer als andere. Konzentrationsstörungen, Schwäche und Schwindel sind ihre Begleiter in der Fastenzeit. Gerade für diese Menschen ist der Tee mit Honig wichtig. Morgens vorm Aufstehen erst einmal rekeln und strecken, bevor es aus dem Bett geht. Körperliche Aktivität ist zur Stabilisierung des Kreislaufs sehr zu empfehlen. Aber alles bitte langsam angehen lassen.
Noch ein Tip: Gehen oder Wandern - in angemessenem Tempo - verhindert Fastenkriesen am ehesten.
