Der elfte Fastentag
Mittwoch 11.07.2007
So, heute soll es einmal darum gehen, wie unser Körper während des Fasten's seinen Reinigungsprozess erfährt, wo die Pfunde bleiben, denn allein über den Darm hat sich nun ja schon seit einigen Tagen gar nichts mehr abgespielt. Die Pfunde purzeln aber trotzdem munter weiter.

Alle "Schleusen" meines Körpers sind während der Fastenzeit geöffnet. Glauben Sie ja nicht, das die Selbstreinigung mit der Darmentleerung am ersten Fastentag beendet ist. Dem ist weiß Gott nicht so. Unser Körper ist mit der fantastischen Begabung ausgestattet, sich beim Fasten der verbliebenen Stoffwechselreste so wie auch die seit Jahren angesammelten Stoffwechselschlacken, durch alle Öffnungen und Poren zu entledigen.
Unser Darm hat die Aufgabe, Nahrung aufzunehmen und Schlacken auszuscheiden. Wenn wir Fasten, ist er nur Ausscheidungsorgan. Man könnte ihn jetzt zwar jeden zweiten Tag mit einer Spülung (Einlauf) reinigen, ich persönlich halte dies aber nicht unbedingt für erforderlich. Mir bekommt das Fasten auch so sehr gut.
Wie schon an einem der ersten Tage berichtet, ändert sich mein gewohnter Körpergeruch, dies ist besonders beim ersten Fasten stark zu verspüren, später legt es sich. Diese wahrgenommene Veränderung läßt ahnen, was da mit dem Schweiß so alles an die Wäsche abgegeben wird. Ist die Wäsche saugfähig (Baumwolle) nimmt sie die Ausdünstungen auf. Kunstfasern sind jetzt zu meiden. Eine gründliche Körperpflege wird mir daher zum Bedürfnis. Da meine Haut während des Fasten's zum Austrocknen neigt, pflege ich sie nach dem Bad mit pflanzlichen Ölen. Cremes, Schminke und Farbpuder sind während der Fastenzeit tabu. Sie verstopfen die Poren, so daß die Haut nicht mehr atmen bzw. ausscheiden kann.
Mein Urin ist jetzt des öfteren recht dunkel und riecht auch penetrant. Darum trinke ich viel Wasser, um die Nieren und die Harnwege so gut es geht durchzuspülen. Wenn möglich sollte ich jetzt mehr trinken, als mein Durst verlangt. Mal wird wenig, dann wieder mehr Urin ausgeschieden, das ist jetzt ganz normal. An meinem Gewicht kann ich erkennen, das mein Körper zeitweise staut und wieder entwässert. Daher kommt es auch vor, daß mein Gewicht stagniert.
Durch die Lungen werden jetzt Stoffwechselreste ausgeatmet. Daher der unangenehme Mundgeruch. Doch diese gasförmigen Stoffwechselreste verfliegen beim Spazierengehen an der frischen Luft. Gründliches Lüften in meiner Wohnung ist nun angesagt, mehrmals am Tag. Nachts wird selbstverständlich bei offenem Fenster geschlafen, um so dem Hirn und auch den Organen eine optimale Sauerstoffversorgung zu gewährleisten.
Auch die "oberen Luftwege" erfahren jetzt eine Selbstreinigung über die Schleimhäute. Rachen, Nase und Luftröhre sind in der Regel selbstreinigend. Durch die frische Morgenluft werde ich zum Schneuzen, Räuspern und Ausspucken angeregt. Ein paar Hände voll kaltes Wasser ins Gesicht erzielt oftmals den selben Erfolg. In der Fastenzeit ist die Selbstreinigung der Schleimhäute oft verstärkt. Jetzt ist es auch an der Zeit, daß die Rauchschäden ausheilen können. Darum also absolute Rauchpause beim Fasten. Kaugummi und Pfefferminz können über die Leere im Mund hinweghelfen.
Meine Zunge ist auch heute noch, wie schon erwähnt, graugelblich belegt. Manchmal auch braun oder schwarz - je nachdem, was mein Körper gerade auszuscheiden hat. Auch meine Zähne und das Zahnfleisch weisen in dieser Zeit einen übelriechenden Belag auf. Mein Geschmack ist fade, pappig. Abhilfe läßt sich hier mit der Zahnbürste schaffen. Es schadet auch nicht, ab und an mal eine Zitronenscheibe auszulutschen.
Mal ehrlich, haben Sie gewußt wie das mit dem Ausscheiden funktioniert? So gesehen ist unser Körper wie eine Maschine. Fasten ist dann große Inspektion mit TÜV.
