Der dreizehnte Fastentag
Freitag 13.07.2007
Morgen ist es endlich soweit. Morgen ist Fastenbrechen. Es geht mir zwar nach wie vor gut und ich fühle mich sauwohl, so das ich im Grunde genommen auch noch eine Woche dranhängen könnte, aber ehrlich gesagt wird diese Notversorgung mit Wasser, Tee und Brühe so langsam langweilig. Seit ein paar Tagen gehen mir schon die leckersten Rezepte durch den Kopf, so daß mir das Wasser im Munde zusammenläuft. 14 Tage Fasten sind genug.
Wie gestern angekündigt habe ich heute morgen die meisten Besorgungen in der Fußgängerzone am Obst- und Gemüsestand erledigt. Den Rest am nachmittag im Supermarkt besorgt. Es geht mir als Mann natürlich wie Honig runter, wenn ich jetzt von Frauen, Verkäuferinnen, mit denen wir stets zu tun haben, auf meinen sichtbaren Gewichtsverlust angesprochen werde. 11 Pfund in 13 Tagen ist ja wohl auch nicht schlecht. - Da macht Fasten natürlich Spaß.
Wenn wir morgen vormittag gemeinsam am Frühstückstisch sitzen und ich mein erstes Glas Tee mit Honig heruntergeschlürft habe, dann ist der feierliche Moment gekommen, wo ich mir einen leckeren Apfel ganz langsam und genüßlich, gut zerkaut auf der Zunge zergehen lassen werde. Fasten heißt ja nicht nur aufhören mit Essen, da spielt sich auch in meinem Kopf eine ganze Menge ab. Ich möchte es mal als einen Bewußtwerdungsprozess bezeichnen. Das ist, als wenn einem auf einmal ein Licht auf geht. Spot an.

Im weiteren Verlauf des Tages werde ich mir wohl noch eine Banane zu Gemüte führen. Zum Abendbrot koche ich dann eine Kartoffelsuppe, wie in dem Rezept vor ein paar Tagen beschrieben. Nur mit dem Unterschied, das ich sie nicht durchseihen werde, das ist jetzt nicht mehr nötig. In den kommenden Tagen werde ich berichten, wie es mit meinem Wiederaufbau weiter voran geht, bis mein Verdauungsapparat wieder wie gewohnt seine Arbeit aufnimmt.
